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Waffensammler starb bei Explosion

in Pressemeldungen 25.09.2005 03:13
von VR6 Chef

ZOSSEN. Die Polizei nannte den Vorfall einen "nichtnatürlichen Todesfall": Am Donnerstag gegen 22.15 Uhr alarmierte die Mutter von Heiko P. die Rettungskräfte, weil sie in ihrem Einfamilienhaus in Zossen (Teltow-Fläming) ein lautes Geräusch gehört hatte. Die Einsatzkräfte fanden den 35-jährigen Sohn tot in seinem Zimmer in der oberen Etage. "Er ist bei der Explosion einer Sprengvorrichtung ums Leben gekommen, ansonsten wurde niemand verletzt", sagte Polizeisprecher Karl Nitsche in Luckenwalde. Die Untersuchungen der Kriminalisten ergaben, dass sich Heiko P. mit hoher Wahrscheinlichkeit selbst getötet hat. Ob er durch Fundmunition oder durch einen selbstgebastelten Sprengsatz starb, ist unklar. "Das wissen wir erst, wenn die Kriminaltechniker die Reste rekonstruiert hat", sagte Nitsche. Der Tote sei nicht vorbestraft und nicht polizeilich bekannt. Bei ihm wurden zwar Waffenteile gefunden, doch die Ermittler gehen nicht davon aus, dass er ein extremer Waffennarr war.

Als Wachschützer gearbeitet

Das sehen einige Nachbarn anders. Heiko P., der arbeitslos war und Ein-Euro-Jobs auf dem Friedhof oder auf einem Sportplatz hatte, war als Sammler von Fundmunition aus dem Krieg und von Hinterlassenschaften der russischen Armee bekannt. "Nachmittags fuhr er oft mit dem Mountainbike und seinem blauen Rucksack in die Wälder, um Waffenschrott zusammeln", sagte ein Mann. Heiko P. wird als ruhiger Mann beschrieben, der in seiner Stammkneipe eher dadurch auffiel, dass er immer alkoholfreies Bier trank. Er soll auch als Wachschützer an einem gesperrten Gelände der ehemaligen Sowjetarmee in Wünsdorf gearbeitet haben. "Man braucht dort nur einen Spaten in die Erde stecken und schon findet man 20 Patronen", sagte der Mann.

Es ist bekannt, dass in der Region etliche Leute alte Munition und Waffen sammeln. "Hier gibt es eine starke Militaria-Szene", bestätigt der Polizeisprecher. Das liege an den vielen gesperrten "Russen-Arealen". Und auch Halbe, im Frühjahr 1945 Schauplatz einer erbitterten Schlacht, sei nicht weit.


Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeit...urg/486077.html

Mehr unter: http://www.maerkischeallgemeine.de/cms/b...10564909/61939/


mfg

jörg


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